Keine Homezone für Nazis!
Aufruf zur antifaschistischen Demonstration in Erftstadt
Seit etwa einem Jahr macht sich das Auftreten von Neonazis in Erftstadt massiv bemerkbar. Nachdem sogenannte „Autonome Nationalisten“ im Rhein-Erft-Kreis, wie zum Beispiel in Pulheim und Brühl, für Schlagzeilen sorgten, etabliert sich nun auch in Erftstadt eine wachsende Neonaziszene. Dieser möchten wir mit unserer Demonstration entschlossen entgegentreten und ein öffentliches Bewusstsein für die Problematik schaffen!
What’s going on?
Zunächst waren es Aufkleber mit neonazistischem Inhalt, sowie rassistische und antisemitische Schmierereien, die vor etwa einem Jahr im Stadtgebiet von Erftstadt auftauchten. Anfang 2009 gründete sich dann, als Ableger der „Kameradschaft Köln“, die sogenannte „Gruppe Erft“, deren Mitglieder überwiegend in Erftstadt wohnhaft sind. Dies stellt einen ersten Organisationsversuch der Erftstädter Nazis dar. Als Gruppe erkennbar traten sie erstmals im März 2009 auf einer Demonstration in Heinsberg-Randerath in Erscheinung und sind seitdem fester Bestandteil von Neonazidemonstrationen und Veranstaltungen im Umland. Für ihre vermeintlichen Feindbilder stellen sie mittlerweile eine ernsthafte Gefahr dar, was sie bereits mehrfach unter Beweis stellten.
Führende Köpfe der „Gruppe Erft“ sind Patric Zura aus Kerpen, sowie die beiden Erftstädter Marco Schneider und Sascha Wildenburg. Die beiden Letztgenannten kandidieren ebenso für die NPD im Rhein-Erft-Kreis. Dieser Kreisverband wurde Anfang 2008 unter Leitung von Ingo Haller, dem Vorsitzenden der NPD Düren, gegründet. Selbst der Parteichef der NPD, Udo Voigt, besuchte den Rhein-Erft-Kreis im März 2008 anlässlich einer Saalveranstaltung in Erftstadt-Friesheim, bei der er als Gastredner fungierte.
Zudem ist zu beobachten, dass die Erftstädter Neonazis in regem Kontakt zu den „Freien Kräften Köln“ stehen, welche ehemals als „Kameradschaft Köln“ aufgetreten sind. So sind die beiden vorbestraften Führungskader der Kölner Naziszene, Paul Breuer und Axel Reitz, hauptverantwortlich für den personellen, sowie den ideologischen Auf- und Ausbau der neonazistischen Strukturen im Kölner Umland.
Während die Aktivitäten der Erftstädter Neonazis stetig zunehmen, wird das Nazi-Problem in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.
What about the social context?
Neonazis stellen -unabhängig von Tracht und Aktionsform- eine ständige und enorme Gefahr für Menschen dar, welche sie als „Nichtdeutsche“ oder „Volksfeinde“ erkannt haben wollen. In Regionen und Städten, in denen Neonazis starke Strukturen besitzen, haben Migrant_innen, Juden und Jüdinnen, Homosexuelle, und Linke unter dem Terror neonazistischer Banden stets um ihr körperliches Wohlergehen zu fürchten.
Neonazis sind jedoch nicht als bloße Randerscheinungen zu betrachten, sondern als Teil dieser Gesellschaft. Denn rassistische und antisemitische Ressentiments und Denkmuster finden sich auch in der Mitte der deutschen Bevölkerung wieder. Neonazis greifen in ihrer Agitation bereits vorhandene gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen auf und radikalisieren diese. Als Antifaschist_innen möchten wir deshalb mit unserer Kritik nicht nur bei Neonazis ansetzten, sondern auch bei den Verhältnissen, die Ideologien wie Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus erst ermöglichen und immer wieder aufs Neue reproduzieren.
What can we do?
Auch, wenn Erftstadt selbstverständlich nicht mit der Situation in Städten wie der Neonazihochburg Dortmund, Aachen oder der Situation in Ostdeutschland gleichgesetzt werden kann, halten wir es für notwendig, dem Aufbau und Erstarken von Nazistrukturen so früh wie möglich entgegenzuwirken.
Vor allem in Kleinstädten oder dörflichen Gegenden werden offensichtliche Probleme mit Neonazis oft verschwiegen oder kleingeredet, so auch in Erftstadt. Um den Nazis Contra zu geben und dem Schweigen ein entschiedenes und lautes Ende zu setzen, rufen wir zur antifaschistischen Demonstration in Erftstadt auf!
Keine Homezone für Nazis!
Weder in Erftstadt – noch sonstwo!
22. August // 14.00 Uhr // Bahnhof Erftstadt


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